[FOTOS] Waldbrand im Steigerwald fordert Großaufgebot der Feuerwehren

Großaufgebot der Feuerwehr: Während der Löscharbeiten war die Kreisstraße HAS 26 rund drei Stunden vollständig gesperrt. Foto: © Christian Licha

Oberaurach / Dankenfeld, Lkr. Haßberge. Trotz hoher Waldbrandgefahr blieb der Landkreis Haßberge bislang von größeren Wald- und Flächenbränden weitgehend verschont. Am Donnerstagnachmittag kam es jedoch zu einem Großeinsatz der Feuerwehren. In der Waldabteilung „Sachsenberg“, rund zwei Kilometer westlich vom Oberauracher Ortsteil Dankenfeld, geriet ein Kiefernwald auf einer Fläche von mehr als 1.000 Quadratmetern in Brand.

Kurz nach 14 Uhr entdeckte eine Person das bereits ausgedehnte Feuer und setzte sofort einen Notruf ab. Die Integrierte Leitstelle (ILS) Schweinfurt löste daraufhin einen Großalarm aus. Alarmiert wurden die Feuerwehren aus Dankenfeld, Kirchaich, Trossenfurt-Tretzendorf, Untersteinbach, Fürnbach, Eltmann, Knetzgau und Sand sowie aus dem Nachbarlandkreis Bamberg die Wehren aus Lisberg, Priesendorf, Neuhausen und Trabelsdorf. Außerdem rückten die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL), ein Fachberater des THW Haßfurt sowie der bei der Feuerwehr Sand stationierte Gerätewagen Atemschutz an. Insgesamt waren mehr als 100 Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen im Einsatz. Ein Rettungswagen des ASB Untersteinbach sicherte den Einsatz ab. Verletzt wurde niemand.

Mehr als 1.000 Quadratmeter Kiefernwald wurden von dem Feuer erfasst. Foto: © Christian Licha

„Trotz des abgelegenen Einsatzortes konnte bereits rund 15 Minuten nach der Alarmierung der erste Löschangriff erfolgen“, sagte Untersteinbachs Kommandant Benjamin Greweling, der den Einsatz leitete. Zudem lobte er die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren aus dem Landkreis Bamberg: „Die Landkreisgrenze spielt im Einsatzfall keine Rolle. Die Zusammenarbeit hat hervorragend funktioniert.“

Eine besondere Herausforderung war dennoch die Löschwasserversorgung. Da sich die Brandstelle mitten im Wald befand, organisierte die Dispogruppe Pendelverkehr Süd den Transport des Löschwassers. Tanklöschfahrzeuge füllten ihre Wassertanks an Hydranten in den umliegenden Ortschaften und brachten das Wasser zur Einsatzstelle. Zusätzlich unterstützten ein 9.000-Liter-Wasserbehälter des Bauhofs Untersteinbach sowie der Abrollbehälter „Wasser“ der Feuerwehr Knetzgau mit 10.000 Litern. Mehrere Landwirte halfen außerdem mit wassergefüllten Gülleanhängern aus. Der Abrollbehälter diente dabei als Puffer, von dem aus das Löschwasser über eine rund 200 Meter lange Schlauchleitung direkt zur Brandstelle gefördert wurde.

Der Abrollbehälter „Wasser“ der Feuerwehr Knetzgau (Mitte) diente als Puffer. Dort wurde das von den Tanklöschfahrzeugen angelieferte Wasser gesammelt und anschließend über eine Schlauchleitung zur Brandstelle gefördert. Foto: © Christian Licha

Nach Angaben des zuständigen Revierförsters stellen Kiefernwälder ein besonders hohes Waldbrandrisiko dar. Grund dafür ist der hohe Harzgehalt der Bäume, der wie Brandbeschleuniger wirkt. Hinzu kommt die trockene Nadelstreu am Waldboden, die sich schnell entzündet. Auch Kreisbrandinspektor Thomas Neeb, der gemeinsam mit weiteren Führungskräften der Kreisbrandinspektion die Löscharbeiten unterstützte, betonte: „Es war großes Glück, dass das Feuer in diesem Stadium entdeckt wurde. Andernfalls hätte es sich deutlich weiter ausbreiten können.“

Der Deutsche Wetterdienst weist für den Landkreis Haßberge derzeit Waldbrandwarnstufe 4 von 5 aus. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der sommerlichen Temperaturen ist auch in den kommenden Tagen keine Entspannung in Sicht. Die Regierung von Unterfranken appelliert deshalb an die Bevölkerung, in Waldgebieten äußerst vorsichtig zu sein, auf offenes Feuer und das Rauchen zu verzichten sowie Fahrzeuge nicht auf trockenem Gras abzustellen.

Mit Wärmebildkameras suchten die Einsatzkräfte nach versteckten Glutnestern. Foto: © Christian Licha

Während der Löscharbeiten musste die Kreisstraße HAS 26 zwischen Dankenfeld und Hummelmarter für rund drei Stunden vollständig gesperrt werden. Die Feuerwehr Fürnbach stellte bis in die späten Abendstunden eine Brandwache. Die Brandursache ist bislang unklar. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.