Feuerwehr fängt Schlange in Wohngebiet ein

Durch die Spalten des Holzschuppen zeigte sich die Schlange kurz, ehe sie wieder im Inneren verschwand. Foto: © Christian Licha

Zeil am Main, Lkr. Haßberge. Einen ungewöhnlichen Einsatz hatte die Feuerwehr Zeil am Freitagabend. Ein Anwohner der Abt-Wolf-Straße hatte gegen 19.30 Uhr eine rund eineinhalb Meter lange Schlange auf der Straße entdeckt und die Einsatzkräfte alarmiert. Zu diesem Zeitpunkt stand noch nicht fest, ob es sich möglicherweise um eine Giftschlange handelt.

Das Reptil konnte schließlich in einem Holzschuppen auf einem Privatgrundstück lokalisiert werden, wo es wahrscheinlich einen sicheren Unterschlupf vermutete. Dabei war anfangs nicht klar, um welche Art es sich handelt und ob von der Schlange eine Gefahr ausgeht. Zumindest gelang es einige Fotos zu machen, mit denen Fachleute konsultiert wurden. Über eine Streife der Polizeiinspektion Haßfurt wurde in München angefragt und die Zeiler Feuerwehr hatte noch einen eigenen Trumpf im Ärmel. Ein Kamerad der nordrhein-westfälischen Feuerwehr Herongen, mit der die Zeiler seit langer Zeit eine intensive Patenschaft verbindet, machte sich ebenfalls an die Artenbestimmung mit Hilfe eines befreundeten Zoologen. “Wir haben schon viele Tiere gerettet, aber eine Schlange hatten wir bis jetzt noch nicht dabei”, sagte der Zeiler Kommandant und Einsatzleiter Tobias Hetterich.

Foto: © Christian Licha

In der Zwischenzeit leuchteten die Feuerwehrler den Einsatzort aus und umstellten den Holzschuppen, damit die Schlange nicht durch eine der Spalten entwischen konnte. Die Suche im Inneren gestaltete sich schwierig, da in dem Schuppen eine größere Menge Brennholz lagerte. Den Einsatzkräften blieb nichts anderes übrig, als nach und nach die Holzscheite ins Freie zu bringen.

Nach etwa einer Stunde kam von der Patenfeuerwehr aus Nordrhein-Westfalen und der Fachstelle in München die erlösende Nachricht, dass die Schlange zumindest nicht giftig sei. Es handele sich um eine Indigoschlange, die ursprünglich im Osten der USA beheimatet war und dort die längste einheimische Schlangenart ist.

Kurz darauf war auch der Besitzer des schwarz glänzenden Tieres ausfindig gemacht worden, der beim Einfangen half. Nach knapp drei Stunden konnte die Schlange aus der Familie der Colubridae ihre Heimreise in das zwei Straßen weiter stehende Terrarium antreten. Vermutlich durch ein geöffnetes Fenster war die Natter vorher ausgebüxt, wie die Polizei im Nachhinein ermittelte. Ob der Besitzer die Kosten für den Feuerwehreinsatz zu übernehmen hat, entscheidet die Stadt Zeil anhand ihrer dafür bestehenden Satzung.

Foto: © Christian Licha

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