Aidhausen, Lkr. Haßberge. So wie in vielen anderen Ortschaften gehört auch in Aidhausen das Aufstellen des Maibaums fest zum Brauchtum. Am Donnerstag stemmten die Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehr Aidhausen das Wahrzeichen für den Frühling vor ihrem neuen Feuerwehrgerätehaus in die Höhe.
21 Meter misst die Birke in diesem Jahr. Erst einige Stunden vor der Aufstellung wurde sie im Wald frisch gefällt und ins Dorf gebracht. Schon im Vorfeld wird gemeinsam mit den Waldbesitzern ein passender Baum ausgesucht. „Früher war das mein Job, da habe ich bei einem Ausritt mit meinem Pferd eine schöne Birke ausgesucht“, erzählt Harry Fuhl, der auch heuer das Kommando beim Aufstellen gab. Inzwischen kümmern sich die Jüngeren um die Auswahl des passenden Baumes im Wald.

Mit vereinten Kräften ging es ans Werk. Rund ein Dutzend Feuerwehrleute brachte den Baum routiniert und ohne Zwischenfälle in Position. Dabei kamen sogenannte Schwalben zum Einsatz. Das sind lange Rundhölzer, die paarweise mit einem Seil verbunden sind und so eine Art Gabel bilden. Mit mehreren dieser Stangen wird der Maibaum Stück für Stück nach oben gedrückt, bis er schließlich sicher steht.

Für alle im Ort ist das Maibaumaufstellen ein besonderes Ereignis. „Der Maibaum steht jetzt zum zweiten Mal hier vor unserem neuen Feuerwehrhaus“, sagt der zukünftige Bürgermeister Thomas Wagenhäuser, selbst aktives Mitglied der Feuerwehr. Davor stand er am früheren Feuerwehrhaus, noch weiter zurück in der Ortsmitte am Dorfplatz.

Zur Tradition gehört in Aidhausen auch, dass die Kinder den Baum schmücken. Dazu wird die Birke vor dem Aufstellen auf den Boden gelegt. Dann sind die jungen Helfer gefragt, darunter viele aus der Kinderfeuerwehr „Flammenfüchse“. Mit bunten Kreppbändern verwandeln sie den Baum in ein farbenfrohes Kunstwerk. „Das ist für die Kids der Höhepunkt des Tages“, sagt Feuerwehrfrau Judith Röhner. Aber auch beim anschließenden Maibaumfest kommen die Kinder auf ihre Kosten. Extra für sie wird immer eine Hüpfburg aufgestellt.

In diesem Jahr hielt der Tag noch ein besonderes Schmankerl bereit. Der scheidende Bürgermeister Dieter Möhring nutzte seinen letzten Tag im Amt für eine Überraschung. Er spendierte Freibier für alle und bedankte sich damit für seine guten Wahlergebnisse. Beim Anzapfen zeigte er sich treffsicher. Im Beisein von Feuerwehrkommandant Christopher Höchner brauchte er nur drei Schläge, um das Fass anzustechen.
