Zeil am Main / Krum, Lkr. Haßberge. Wenn sich Fackeln durch die Dunkelheit am Schlossberg bewegen und geheimnisvolle Gestalten ins Tal hinabziehen, dann ist im Zeiler Stadtteil Krum Walpurgisnacht. Ein Spektakel, das jedes Jahr aufs Neue begeistert und auch heuer wieder weit über 1.000 Besucher anzog. Mit lautem Getöse eroberten am Donnerstag die Hexen und Waldgeister den Dorfplatz, tanzten um das lodernde Feuer und jagten symbolisch den Winter aus dem Ort. Zum Abschluss des Hexenschauspiels gab es auch ein kleines Feuerwerk, das eine besondere Atmosphäre verbreitete.

Allen voran zog Hexenmeister Matthias „Schnitzel“ Schuler mit seiner Schar von mehr als 40 Hexen auf den Dorfplatz. Als Jüngster war der vierjährige Matz dabei, dessen Mutter selbst viele Jahre als Hexe mitlief und der nun in ihre Fußstapfen treten wollte.

„Heuer haben wir sogar eine Hexe aus Bamberg verpflichten können“, sagte Schuler augenzwinkernd. Gemeint war Tanja Frei aus der Domstadt. Eigentlich wollte sie nur als Zuschauerin dabei sein, doch in ihrem aufwendigen Hexenkostüm fiel sie sofort auf. Nachdem sie bereits im Harz am Brocken eine Walpurgisnacht erlebt hatte, suchte sie gezielt im fränkischen Raum nach ähnlichen Veranstaltungen und wurde im Internet fündig. Sie ließ sich nicht lange bitten, aktiv mitzuwirken, war begeistert und kündigte an, im kommenden Jahr wiederzukommen und dann auch ihren Enkel mitzubringen.

Die Wurzeln der Krümer Walpurgisnacht reichen bis ins Jahr 1994 zurück. Anlässlich der 750-Jahr-Feier des Ortes rief Josh Mahr damals das Event ins Leben. Wegen des großen Erfolges findet es seither Jahr für Jahr statt. Der als Macher bekannte Krümler hatte auch diesmal wieder eine gelungene Überraschung parat. Bis in die frühen Morgenstunden vor dem Fest arbeitete er noch gemeinsam mit Thomas Feltel in seiner Werkstatt an neuen Figuren. Heraus kamen zwei mehrere Meter hohe Waldgeister, die sich erstmals unter das Hexenvolk mischten und für staunende Gesichter sorgten. Die beiden steckten selbst in den Kostümen und sorgten damit für einen der Höhepunkte des Abends.

Seit über 30 Jahren lockt das eindrucksvolle Schauspiel Besucher aus der ganzen Region nach Krum. Viele erleben die Walpurgisnacht zum ersten Mal. So auch die Familie Eiser aus Litzendorf im Landkreis Bamberg. Vater Markus, Mutter Patricia und der 18-jährige Sohn Robin wurden über Social Media auf das Event aufmerksam. „Es war sehr eindrucksvoll, was hier das kleine Dorf auf die Beine stellt. So ein Schauspiel haben wir noch nie erlebt, es war einfach spitze“, sagten sie.

Auch Martin Weiß aus Schweinfurt zeigte sich begeistert. Er war durch eine Ankündigung in der Tageszeitung auf die Traditionsveranstaltung aufmerksam geworden. „Die Krümler leisten hier ihren ganz eigenen Beitrag zur fränkischen Idylle“, sagte er und lobte besonders den Zusammenhalt im Ort.

