[FOTOS] Chemieaustritt in Bäckereibetrieb: Fünf Verletzte und mehr als 120 Einsatzkräfte

Die betroffene Maschine wurde aus dem Gebäude ins Freie gebracht. Foto: © Christian Licha

Haßfurt / Oberhohenried, Lkr. Haßberge. Ein Chemieaustritt am zentralen Produktionsstandort einer Bäckerei im Haßfurter Stadtteil Oberhohenried hat am Samstagnachmittag zahlreiche Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst auf den Plan gerufen. Fünf Mitarbeiter erlitten leichte Verletzungen.

Gegen 17 Uhr alarmierte die Integrierte Leitstelle (ILS) Schweinfurt ein Großaufgebot. Nach Angaben des stellvertretenden Haßfurter Kommandanten und Einsatzleiters Julian Weidinger hatte Reinigungspersonal versehentlich zwei unterschiedliche Reinigungsmittel in eine Maschine gefüllt, die eigentlich nicht miteinander in Kontakt kommen sollten. Durch die Vermischung seien Ammoniak- und Formaldehyd-Dämpfe entstanden. „Bei unserem Eintreffen war das Gebäude bereits geräumt und alle Mitarbeiter befanden sich im Freien“, schilderte Weidinger.

Großeinsatz am Samstag bei einem Bäckereibetrieb im Haßfurter Stadtteil Oberhohenried. Foto: © Christian Licha

Zunächst erkundeten Atemschutzgeräteträger die Lage mit einem Mehrgasmessgerät. Nachdem feststand, um welche Stoffe es sich handelte, kamen speziell ausgebildete Feuerwehrleute in Chemikalienschutzanzügen (CSA) zum Einsatz. Sie führten weitere Messungen durch und belüfteten das Gebäude. Die Feuerwehr Haßfurt richtete einen Dekontaminationsplatz ein, an dem die CSA-Träger nach ihrem Einsatz gereinigt wurden. Anschließend untersuchte sie der Rettungsdienst vorsorglich. Die betroffene Maschine wurde zum betriebseigenen Waschplatz gebracht und dort die Flüssigkeit kontrolliert über einen Ölabscheider entsorgt.

Die Feuerwehr Haßfurt richtete einen Dekontaminationsplatz für die eingesetzten CSA-Träger ein. Foto: © Christian Licha

Mehr als 120 Einsatzkräfte waren vor Ort. Beteiligt waren die Feuerwehren aus Haßfurt, Oberhohenried, Unterhohenried, Sylbach, Knetzgau, Sand und Aidhausen sowie ein Fachberater des THW Haßfurt. Die Feuerwehr Sand rückte unter anderem mit ihrem Gerätewagen Messtechnik an. Knetzgau und Aidhausen verfügen über spezielle Ausrüstung für eine umfangreichere Dekontamination. Diese wurde jedoch nicht benötigt, da die von der Feuerwehr Haßfurt eingerichtete kleinere Lösung ausreichte.

Der Rettungsdienst war mit fünf Rettungswagen aus den Landkreisen Haßberge, Bad Kissingen und Bamberg sowie zwei Notärzten im Einsatz. Zusätzlich wurde die Schnelleinsatzgruppe (SEG) Betreuung des Roten Kreuzes nachalarmiert. „Alle fünf Betroffenen hatten Atemwegsreizungen. Drei konnten ambulant versorgt werden, zwei mussten zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus“, erklärte Einsatzleiter Rettungsdienst Moritz Miederhoff. Beamte der Polizeiinspektion Haßfurt nahmen den Vorfall auf. Nach mehr als drei Stunden konnte der Einsatz beendet werden.