[FOTOS] Hexen, Feuer und Spektakel bei der Walpurgisnacht in Krum

Insgesamt bevölkerten über 40 Hexen, Waldgeister und andere schaurige Gestalten den Dorfplatz in Krum. Foto: © Christian Licha

Zeil am Main / Krum, Lkr. Haßberge. Wenn sich Fackeln durch die Dunkelheit am Schlossberg bewegen und geheimnisvolle Gestalten ins Tal hinabziehen, dann ist im Zeiler Stadtteil Krum Walpurgisnacht. Ein Spektakel, das jedes Jahr aufs Neue begeistert und auch heuer wieder weit über 1.000 Besucher anzog. Mit lautem Getöse eroberten am Donnerstag die Hexen und Waldgeister den Dorfplatz, tanzten um das lodernde Feuer und jagten symbolisch den Winter aus dem Ort. Zum Abschluss des Hexenschauspiels gab es auch ein kleines Feuerwerk, das eine besondere Atmosphäre verbreitete.

Als Jüngster war der vierjährige Matz (Mitte) beim Hexentreiben dabei. Foto: © Christian Licha

Allen voran zog Hexenmeister Matthias „Schnitzel“ Schuler mit seiner Schar von mehr als 40 Hexen auf den Dorfplatz. Als Jüngster war der vierjährige Matz dabei, dessen Mutter selbst viele Jahre als Hexe mitlief und der nun in ihre Fußstapfen treten wollte.

Hexenmeister Matthias „Schnitzel“ Schuler führte die Hexenschar an. Foto: © Christian Licha

„Heuer haben wir sogar eine Hexe aus Bamberg verpflichten können“, sagte Schuler augenzwinkernd. Gemeint war Tanja Frei aus der Domstadt. Eigentlich wollte sie nur als Zuschauerin dabei sein, doch in ihrem aufwendigen Hexenkostüm fiel sie sofort auf. Nachdem sie bereits im Harz am Brocken eine Walpurgisnacht erlebt hatte, suchte sie gezielt im fränkischen Raum nach ähnlichen Veranstaltungen und wurde im Internet fündig. Sie ließ sich nicht lange bitten, aktiv mitzuwirken, war begeistert und kündigte an, im kommenden Jahr wiederzukommen und dann auch ihren Enkel mitzubringen.

Tanja Frei aus Bamberg machte spontan beim Hexentreiben mit. Foto: © Christian Licha

Die Wurzeln der Krümer Walpurgisnacht reichen bis ins Jahr 1994 zurück. Anlässlich der 750-Jahr-Feier des Ortes rief Josh Mahr damals das Event ins Leben. Wegen des großen Erfolges findet es seither Jahr für Jahr statt. Der als Macher bekannte Krümler hatte auch diesmal wieder eine gelungene Überraschung parat. Bis in die frühen Morgenstunden vor dem Fest arbeitete er noch gemeinsam mit Thomas Feltel in seiner Werkstatt an neuen Figuren. Heraus kamen zwei mehrere Meter hohe Waldgeister, die sich erstmals unter das Hexenvolk mischten und für staunende Gesichter sorgten. Die beiden steckten selbst in den Kostümen und sorgten damit für einen der Höhepunkte des Abends.

Zwei meterhohe Waldgeister sorgten für großes Staunen beim Publikum. Foto: © Christian Licha

Seit über 30 Jahren lockt das eindrucksvolle Schauspiel Besucher aus der ganzen Region nach Krum. Viele erleben die Walpurgisnacht zum ersten Mal. So auch die Familie Eiser aus Litzendorf im Landkreis Bamberg. Vater Markus, Mutter Patricia und der 18-jährige Sohn Robin wurden über Social Media auf das Event aufmerksam. „Es war sehr eindrucksvoll, was hier das kleine Dorf auf die Beine stellt. So ein Schauspiel haben wir noch nie erlebt, es war einfach spitze“, sagten sie.

Auch Junghexen halfen dabei, den Winter zu vertreiben. Foto: © Christian Licha

Auch Martin Weiß aus Schweinfurt zeigte sich begeistert. Er war durch eine Ankündigung in der Tageszeitung auf die Traditionsveranstaltung aufmerksam geworden. „Die Krümler leisten hier ihren ganz eigenen Beitrag zur fränkischen Idylle“, sagte er und lobte besonders den Zusammenhalt im Ort.

Der Winter wurde symbolisch gefangen genommen und aus dem Dorf verbannt. Foto: © Christian Licha
Veranstalter in diesem Jahr war der FSV Viktoria Krum, der gemeinsam mit vielen Helfern aus der Dorfgemeinschaft das Ganze auf die Beine stellte. Zum Gelingen des Abends trug auch die Band „11Square“ aus Zeil bei, die mit ihrem rockigen Sound und handgemachter Livemusik bis tief in die Nacht für Stimmung sorgte und zahlreiche eigene Fans mit nach Krum brachte. Für viel Applaus sorgte zudem eine Tanzvorführung der Krümler Cheerleader-Girls. Die Gruppe bestand aus Mädchen im Alter von sechs bis 14 Jahren. Das Besondere an ihrem Auftritt war, dass sie ihre Tänze komplett eigenständig und ohne die Hilfe von Erwachsenen einstudiert hatten.