[FOTOS] „Fastnacht in Franken“-Urgestein Oti Schmelzer zum letzten Mal in Veitshöchheim

Immer dabei auf der Bühne: Otis Harmonika. Foto: © Christian Licha

Knetzgau / Oberschwappach, Lkr. Haßberge. „Veitshöchheim, Schaggalagga! Beruhigt Euch!“ hieß es heuer zum letzten Mal bei der Fernsehsendung des Bayerischen Rundfunks „Fastnacht in Franken“. Der Multifunktionsfranke Oti Schmelzer aus dem Knetzgauer Ortsteil Oberschwappach hatte in diesem Jahr seinen letzten Auftritt bei der 38. Ausgabe der Kultsendung. Bereits bei der Generalprobe in den Veitshöchheimer Mainfrankensälen dankte das Publikum dem 64-jährigen Mundartkabarettisten mit einem minutenlangen, stehenden Applaus für seine stets außergewöhnlichen Beiträge in den vergangenen Jahren. Erstmals 1999  und dann seit 2011 durchgehend jedes Jahr in Folge stand Oti Schmelzer meist  mit sehr aufwendigen Verkleidungen auf der Bühne vor einem Millionen-Fernsehpublikum.

Umrahmt von Statisten mit seinen Kostümen der vergangenen Jahre stand Oti Schmelzer zum letzten Mal auf der Bühne vor Millionen-Fernsehpublikum. Foto: © Christian Licha

Bei der Generalprobe hatte Oti Schmelzer noch überhaupt nicht richtig angefangen, da hatte er schon die Lacher auf seiner Seite. Seine ersten Begrüßungsworte haben dem Urgestein der Fränkischen Fasenacht wohl selbst nicht ganz gefallen. Auf jede Fall kommentierte er in seinem Dialekt: „Des war a Scheißdreck, ich kumm nuch a mal“. Aber das tat der guten Laune keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Die rund 600 Zuschauerinnen und Zuschauer im Saal freuten sich mit einem tosenden Applaus über die eher unfreiwillige „Showeinlage“, ganz nach dem Motto „Live ist Live“.

Für seine Verhältnisse eher fast unscheinbar war Oti Schmelzer nur mit einem hohen Zylinder, einem schwarzen Frack und einer rot-schwarz gestreiften Hose kostümiert. Dafür standen um den Akteur herum etliche Statisten in den aufwendigen Kostümen der letzten Jahre, wie zum Beispiel als Struwwelpeter, Harlekin, Zauberer, Indianer und einige mehr.

Zum letzten Mal hieß es: „Veitshöchheim, Schaggalagga! Beruhigt Euch!“ Foto: © Christian Licha

Mit seinen schönsten Geschichten und Lieder sagte Oti Schmelzer „Lebwohl“ zu seinem Publikum. Dabei durfte natürlich auch eine Portion Selbstironie nicht fehlen: „Wer heute bei diesen wunderbaren Künstlern, mit mir habt ihr a weng Pech gehabt, nicht lacht und seine Freude hat, der soll ein Blumenstöckchen kaufen, auf den Friedhof gehen und warten bis er dran kommt“. Auf seine Herkunft aus dem Steigerwald bezogen nahm Oti Schmelzer auch Bezug auf die von einigen geforderte Errichtung eines Nationalparks: „Da laufen dann überall Sheriffs rum. Wo klaust Du dann Dien Holz?“. Auch um Ausreden ist das Oberschwappacher Original nicht verlegen, wie er an einem Beispiel festmachte, als er von einem Förster beim nicht ganz legalen Holztransport aus dem Wald erwischt wurde: „Das ist Hasenfutter. Wenn die es nicht fressen, verbrenn ichs halt“.

„Die bayerischen Politiker sind die besten im ganzen Weltreich. Ich darf das behaupten, ich bin römisch-Katholisch, hab meine Lügen weg gebeicht“. Mit diesen Worten spielte Oti Schmelzer auch wieder auf die große Politik an. Auch der Würzburger Bischoff wurde humorvoll bedacht: „Den hab ich noch nie im Schwimmbad getroffen. Aber ist auch kein Wunder, eine falsche Bewegung und das ganze Schwimmbad ist Weihwasser“.

Mit seinem Konterfei auf dem Orden der 38. Fernsehsitzung wurde Oti Schmelzer eine ganz besondere Ehre zu teil. Foto: © Christian Licha

„Es ist besser wenn man fröhlich lacht, als wenn man eine Schnute macht“, damit gab Oti Schmelzer zum Abschluss eine gut gemeinte Lebensweisheit seinem Stammpublikum mit auf den Weg. „Wenn es am schönsten ist, dann soll man aufhören“, sagte der Oberschwappacher in einem persönlichen Gespräch. „Wenn ich mal auf dem Faschingsorden bin, dann zieh ich mich zurück, egal wie ich im Saft stehe“, präzisierte Oti Schmelzer seine Entscheidung. In diesem Jahr war es nämlich so weit. Auf den Orden, den alle Mitwirkenden und Helfer rund um das Faschingsspektakel in Veitshöchheim bekommen, prankt nämlich das Porträt des Faschingsnarren mit seiner Harmonika. Nach wie vor wird Oti Schmelzer aber noch auf kleineren Bühnen zu sehen sein und auch im heiischen Oberschwappach sind in diesem Jahr einige Auftritte geplant, wie zum Beispiel am 2.August mit dem ebenfalls von „Fastnacht in Franken“ bekannten „Mann am Klavier“, Matthias Walz.