Oberaurach / Unterschleichach, Lkr. Haßberge. Während in der Haßberg-Klinik in Haßfurt heuer kein Neujahrsbaby geboren wurde, begann das neue Jahr an anderer Stelle mit ganz leisem, tierischem Leben. In den frühen Morgenstunden am Neujahrstag kam auf dem kleinen Bio-Bauernhof Schwemmlein in Unterschleichach ein Lämmchen zur Welt. Noch bevor der Tag richtig erwachte, stand es bereits munter auf seinen wackeligen Beinen und blickte neugierig in sein neues Leben.
Normalerweise vergibt Michaela von der Linden, die den Hof gemeinsam mit ihrem Mann Christoph Schwemmlein betreibt, ihren Lämmern keine Namen. Doch dieses kleine Wesen war etwas Besonderes. Als erstes Tier des Jahres bekam es spontan einen Namen, der gut zum Jahresanfang passt: Fridolin. Ein Name, der Ruhe und Hoffnung ausstrahlt.

Es muss gegen drei Uhr morgens gewesen sein, schätzt Michaela von der Linden. Als sie später den Stall betrat, war Fridolin bereits geboren. Das Mutterschaf hatte sich, wie so oft, unauffällig von der Herde zurückgezogen. Die Geburt von Lämmern verläuft meist ganz ruhig und ohne Hilfe. Mal dauert es nur wenige Minuten, manchmal mehrere Stunden. In den vergangenen Wochen mit rund 70 Lammungen musste Michaela von der Linden nur zweimal eingreifen. Auch diesmal lief alles komplikationslos. Und schon am 2. Januar folgte das nächste Lämmchen, geboren von einem anderen Mutterschaf. Zwar bringen Schafe in der Regel ein Junges zur Welt, doch Zwillinge sind auf dem Hof ebenfalls keine Seltenheit.

Neben rund 120 Mutterschafen der Rasse Rhönschaf leben auf dem Bauernhof in dem Oberauracher Ortsteil etwa 100 Hühner, 20 Ziegen und Hütehund Finn. In den Wintermonaten hat Finn weniger zu tun, denn die Schafe stehen dann nicht auf den Weiden im Steigerwald, sondern im Offenfrontstall. Diese besondere Stallform ist zur Längsseite hin offen, lässt Sonne und frische Luft herein und schützt gleichzeitig vor Wind. Gut eingestreute Liegebereiche sorgen für Wärme und Ruhe. Ziel ist eine möglichst artgerechte Haltung der Tiere.

Ihr Wissen über Landwirtschaft und gesunde Lebensmittel gibt Michaela von der Linden gerne weiter, vor allem an Kinder. In der Vorweihnachtszeit oder rund um Ostern besuchen Schulklassen und Gruppen den Hof, verbringen Zeit im Stall, hören kleine Geschichten und dürfen die Schafe und Lämmer streicheln. Oft nehmen die Kinder ein kleines Stück Schafwolle als Andenken mit nach Hause. Die übrige Wolle wird zu Pellets gepresst und als natürlicher Dünger für Gärten und Blumen direkt ab Hof verkauft.

