Eltmann, Lkr. Haßberge. Ein 19-jähriger Motorradfahrer aus dem Landkreis Haßberge ist bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Staatsstraße 2447 (ehemalige B 26) zwischen Ebelsbach und Eltmann ums Leben gekommen. Am Samstagnachmittag kam es auf Höhe der Anschlussstelle Eltmann zu einer folgenschweren Kollision mit einem VW Tiguan. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen starb der junge Mann noch an der Unfallstelle. Auch der Rettungshubschrauber Christoph 20 aus Bayreuth war alarmiert worden und landete auf dem Autobahnzubringer, musste jedoch ohne Patienten wieder abfliegen.

Nach Angaben der Polizei war der junge Mann gegen 17.15 Uhr mit seiner Kawasaki von Ebelsbach in Richtung Eltmann unterwegs. Begleitet wurde er von einem Freund, der ebenfalls Motorrad fuhr. Dieser war vorausgefahren und bemerkte den Unfall deshalb zunächst nicht.
Aus der Gegenrichtung näherte sich der Autofahrer, der nach links auf die A 70 in Fahrtrichtung Bamberg auffahren wollte. Dabei übersah er nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei den vorfahrtsberechtigten Motorradfahrer und kreuzte dessen Fahrbahn. Es kam zur Kollision mit der Beifahrerseite des Autos.

In dem Wagen saß eine vierköpfige Familie aus Koblenz. Neben dem 47 Jahre alten Fahrer befanden sich seine 45-jährige Frau sowie die beiden fünf und elf Jahre alten Söhne im Fahrzeug. Die Mutter blieb unverletzt, der Vater und die beiden Kinder erlitten leichte Verletzungen. Sie begaben sich auf eigenen Wunsch selbstständig in ärztliche Behandlung, teilte Einsatzleiter Rettungsdienst Ingo Stöhlein mit.
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde ein Sachverständiger hinzugezogen, der die Polizei bei der Klärung des genauen Unfallhergangs unterstützt. Der Sachschaden liegt nach ersten Angaben im Bereich von mehreren Tausend Euro.
Eher zufällig trafen die Kameraden aus Ziegelanger als erste Feuerwehr an der Unfallstelle ein. Die Einsatzkräfte waren gerade auf dem Weg zu einer Großübung im Tunnel Schwarzer Berg und kamen an dem Unfall vorbei. Der Rettungsdienst kümmerte sich zu diesem Zeitpunkt bereits um die Unfallbeteiligten. Die Ziegelangerer Feuerwehrleute übernahmen zunächst die Verkehrsabsicherung, bis die zum Unfall alarmierten Kräfte aus Eltmann, Limbach und Dippach eintrafen.
Der Tunnel Schwarzer Berg war zu diesem Zeitpunkt wegen Wartungsarbeiten für den Verkehr nicht passierbar. Die ohnehin verkehrsfreie Strecke wurde am Abend zugleich für eine geplante Großübung von Feuerwehr, Rettungsdienst und THW genutzt.

Die Staatsstraße war im Bereich der Einsatzstelle rund fünf Stunden gesperrt. Die Kombination aus dem tödlichen Unfall und der bereits bestehenden Sperre auf der A 70 führte zu erheblichen Behinderungen rund um Eltmann. Der stellvertretende Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Haßfurt, Maik Schrapel, bezeichnete die Verkehrssituation vor Ort als äußerst ungünstig. Erschwerend kam hinzu, dass derzeit die Ebelsbacher Ortsdurchfahrt wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Die Ausweichroute über Stettfeld zur Anschlussstelle Viereth-Trunstadt stand damit ebenfalls nicht zur Verfügung. Fahrzeuge aus Richtung Ebelsbach wurden deshalb über das Eltmanner Industriegebiet und eine Nebenstraße umgeleitet, sodass sie anschließend über die Mainbrücke nach Eltmann gelangen konnten.
