[FOTOS] 44 Meter lang: Riesentransporte rollen durch den Landkreis Haßberge

Derzeit sind zwischen der Autobahnausfahrt Knetzgau und dem Stadtgebiet Haßfurt vermehrt Schwertransporte unterwegs. Die Fahrzeuge erreichen eine Länge von knapp 44 Metern. Foto: © Christian Licha

Haßfurt, Lkr. Haßberge. Seit Anfang vergangener Woche sind immer wieder Schwertransporte zwischen der Autobahnausfahrt Knetzgau und dem Stadtgebiet Haßfurt unterwegs. Geladen haben sie gewaltige Holzleimbinder, die jeweils rund 40 Meter lang und fast drei Meter hoch sind. Bestimmungsort ist der Neubau einer rund 6.000 Quadratmeter großen Lagerhalle mit Bürogebäude der Firma Benkert Dachbegrünung auf ihrem Grundstück zwischen der Prappacher Straße und dem Gewerbegebiet Godelstatt.

Insgesamt 16 dieser Leimbinder werden dort verbaut. Sie ermöglichen eine Bauweise ohne Innenstützen, wodurch die Halle später flexibel genutzt werden kann. Schon jetzt prägen die riesigen Holzelemente sichtbar die Dimensionen des Bauprojekts.

Der Anhänger, auf dem die Enden der Leimbinder aufliegen, verfügt über drei doppeltbereifte Achsen, die sich per Fernbedienung einzeln lenken lassen. Foto: © Christian Licha

Mit einer Gesamtlänge von knapp 44 Metern inklusive Lkw  zählen die Transporte zu den besonders eindrucksvollen ihrer Art. Dennoch kommen sie vergleichsweise zügig voran. Auf freier Strecke können die Fahrer die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten von 80 Stundenkilometern auf Autobahnen beziehungsweise 60 Stundenkilometern auf Landstraßen ausschöpfen, erklärt Lkw-Fahrer Philipp Hofbauer. Der 40-Jährige ist seit acht Jahren im Schwertransport unterwegs und kennt die Herausforderungen solcher Fahrten genau.

Philipp Hofbauer fährt seit acht Jahren Schwertransporte für die auf Ingenieurholzbau spezialisierte Firma Wiehag aus Altheim in Oberösterreich. Foto: © Christian Licha

Komplex wird es vor allem an Kreuzungen und Kreisverkehren. Hier kommt moderne Technik zum Einsatz. Der Anhänger, auf dem die Enden der Leimbinder aufliegen, verfügt über drei doppeltbereifte Achsen, die sich einzeln per Fernbedienung steuern lassen. So sind auch ungewöhnliche Fahrmanöver möglich. Am Kreisverkehr des Knetzgauer Autobahnzubringers etwa musste ein Teilstück entgegen der üblichen Fahrtrichtung genutzt werden, um die lange Ladung sicher Richtung Haßfurt zu bringen. Begleitfahrzeuge sichern solche Situationen ab und warnen andere Verkehrsteilnehmer.

Die Anlieferung der Bauteile ist logistisch aufwendig. Vom Hersteller, der auf Ingenieurholzbau spezialisierten Firma Wiehag im oberösterreichischen Altheim, dauert die Fahrt nach Haßfurt rund sechseinhalb Stunden, Pausen nicht eingerechnet. Die Route ist dabei genau vorgegeben, erläutert Hofbauer. Für die Streckenplanung auf den deutschen Autobahnen ist in diesem Fall das Landratsamt Passau zuständig. Aufgrund von Baustellen und anderen Einschränkungen kann nicht der direkte Weg gefahren werden. Somit ergibt sich eine rund 460 Kilometer lange Strecke, die über die A3 bis Deggendorf führt, weiter über die A92 Richtung München sowie über die A9 Richtung Nürnberg und schließlich die A73 und A70 in den Landkreis Haßberge.

Mit einem Autokran werden die rund zwölf Tonnen schweren Holzleimbinder an ihren Bestimmungsort im Hallenneubau gehoben. Foto: © Christian Licha

Auf der Baustelle werden die Transporte bereits erwartet. Kranführer Matthias Büttner von der Firma Klar GmbH aus Dorfen in Oberbayern hebt die bis zu zwölf Tonnen schweren Leimbinder präzise an ihren Platz. Für ihn ist der Einsatz beinahe ein Heimspiel, denn er wohnt im nahegelegenen Heldburg und ist ansonsten deutschlandweit auf Montage. Gemeinsam mit Zimmerermeister Martin Schnell aus Dietersburg im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn und dessen Team werden die Holzelemente passgenau in die vorbereiteten Betonhalterungen eingesetzt und anschließend mit Gewindestangen gesichert.

Zimmerermeister Martin Schnell sorgt dafür, dass die Leimbinder passgenau in die Betonhalterungen eingesetzt und anschließend mit Gewindeschrauben gesichert werden. Foto: © Christian Licha

Zunehmend nimmt das Projekt Gestalt an. „Die Bauphase unserer Lagerhalle läuft nach Plan“, sagt Geschäftsführerin Karla Benkert. Mit jedem eingesetzten Leimbinder wachse das Gebäude sichtbar weiter. „Es ist spannend zu beobachten, wie aus den einzelnen Bauelementen allmählich ein funktionales Gesamtbauwerk entsteht“, so Benkert. Die Fertigstellung ist für Ende dieses Jahres vorgesehen.