Feuerwerk, Böller, Bellerei: Was Menschen und Tiere im Landkreis Haßberge denken

Foto: © Christian Licha

Landkreis Haßberge. Zum Jahreswechsel knallt und leuchtet es wieder vielerorts am Himmel. Doch das Thema Feuerwerk wird zunehmend kontrovers diskutiert. Wie stehen die Menschen im Landkreis Haßberge dazu? Zehn Frauen und Männer aus der Region schildern ihre Sicht auf das Silvester-Feuerwerk und die Böllerei zwischen Begeisterung, Sorge und dem Wunsch nach mehr Rücksicht. Außerdem bringen Frauchen und Herrchen die Gedanken ihrer Haustiere zum Ausdruck.

Adolf Fritzmann, 65, Zeil am Main

„Unser Berner Sennenhund Eddi ist noch ein Welpe und erlebt Silvester zum ersten Mal. Natürlich sind wir bei ihm, damit er nicht zu viel Angst bekommt. Ich bin nicht grundsätzlich gegen Feuerwerk, aber ich fände es gut, wenn es dafür feste Zonen außerhalb der Ortschaften gäbe. Zum Beispiel auf der Hohen Wann könnte man das erlauben, dann wäre es in der Zeiler Innenstadt etwas ruhiger.“

Isabell Mahr, 27, Knetzgau

„Für mich gehört Feuerwerk einfach zum Jahreswechsel dazu, das ist Tradition. Aber bitte nur legales Feuerwerk, das in Deutschland zugelassen ist. Wir kaufen vor allem Raketen und Batterien. Ich studiere vorher die Prospekte ganz genau und schreibe einen Einkaufszettel. Am ersten Verkaufstag stehen mein Mann und ich schon vor Ladenöffnung bereit und dann geht es weiter von Geschäft zu Geschäft. Rund 500 Euro geben wir jedes Jahr aus und das Spektakel dauert dann etwa eine Stunde, bis alles abgebrannt ist.“

Max Göbel, 18, Zell am Ebersberg

„Für Übergriffe auf Einsatzkräfte habe ich überhaupt kein Verständnis, so wie letztes Jahr in Berlin, wo Rettungskräfte mit Raketen beschossen und verletzt wurden. Wo so etwas passiert, sollte es ein absolutes Feuerwerks- und Böllerverbot geben. Man sollte schon vernünftig und verantwortungsbewusst damit umgehen. Ich selbst gebe kein Geld für Feuerwerk aus, aber ich schaue es mir gerne an. Dafür treffe ich mich mit Freunden in Sand am Fuß des Hermannsbergs, weil man von dort einen richtig guten Blick hat.“

Maria Slowik, 40, Haßfurt

„Wir haben zwei Kinder, acht und fünf Jahre alt. Die dürfen an Silvester mal Wunderkerzen oder etwas Ähnliches machen, aber von Feuerwerk halte ich nicht viel. Ich finde, man kann das Geld besser nutzen, zum Beispiel für einen Ausflug mit der Familie. Zum Beispiel das Freizeitland Geiselwind mit seinem Winterwonderland ist eine schöne Alternative. Außerdem tun mir die Tiere leid. Unsere Katze Micky  ist ein Freigänger, aber an Silvester bleibt sie sicherheitshalber im Haus. Und was auch stört, ist der Müll, der danach oft bei uns im Garten landet.“

Mischlingshündin Elli, 7, Knetzgau

„An Silvester ist endlich mal was los, nicht so langweilig wie an Weihnachten. Leider werde ich immer zurückgehalten und darf nicht so, wie ich will. Ich liebe Feuerwerk und Halli Galli und belle vor Aufregung stundenlang. Angst habe ich null. Ich gebe aber zu, dass ich ein bisschen aus der Art geschlagen bin. Wenn ich Daumen hätte, würde ich wahrscheinlich selbst bellend Feuerwerk anzünden.“

Patrick Born, 35, Oberschwappach

„Ich bin klar für Feuerwerk, das am Himmel zu sehen ist. An Silvester gehört das für mich einfach dazu, besonders auch für die Kinder. Es wäre schade, wenn gar nichts mehr stattfinden würde, denn dann würde einfach etwas fehlen. Mehr als 100 Euro gebe ich dafür aber nicht aus, und auch nur für Feuerwerk. Mit Böllern kann ich nichts anfangen.“

Marco Gräf, 50, Nassach

„Ich bin da etwas geteilter Meinung. In meiner Jugend habe ich gerne geböllert, heute mache ich das nicht mehr. Das ist einfach viel Geld, das in kurzer Zeit verpufft. Aber ich schaue mir das Feuerwerk im Dorf immer noch gerne mit meiner Familie an. Unsere Kinder, sechs und neun Jahre alt, bekommen Wunderkerzen oder Knallfrösche.“

Laura König, 21, Wonfurt

„Feuerwerk steht für viele Menschen für schöne Erinnerungen und Tradition, aber es bedeutet auch Stress und Angst für Tiere und manche Menschen. Außerdem wird die Umwelt mit Feinstaub belastet. Ein zentrales Feuerwerk der Gemeinde oder Stadt um Mitternacht wäre vielleicht ein guter Kompromiss. So könnte man die Menge an Raketen und Böllern reduzieren, für mehr Sicherheit sorgen und trotzdem gemeinsam ins neue Jahr starten.“

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Johannes Schäfer, 34, Ueschersdorf

„Ich finde es wichtig, dass die Tradition des Feuerwerks an Silvester erhalten bleibt. Wir vom Dorfverein Ueschersdorf feiern seit zehn Jahren gemeinsam vor der Alten Schule, unserem Gemeinschaftshaus. Jeder bringt etwas an Raketen und Batterien zum Feuerwerk mit. So entsteht ein schönes Gemeinschaftserlebnis, das gerade auch für die Kinder einer der Höhepunkte im Jahr ist.“

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Hauskater Kasimir, 2, Haßfurt

„An Weihnachten war es schön ruhig und ich habe viele Streicheleinheiten bekommen. An Silvester ist es leider dagegen so laut draußen und ich zucke immer zusammen wenn es knallt. Zum Glück macht mein Frauchen und mein Herrchen bei dem Krach nicht mit und bleiben an meiner Seite, damit ich nicht so viel Angst habe.“

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Sandra Lohs, 34, Haßfurt

„Bei dem Thema gilt wie so oft: alles mit Maß und Ziel. Ein pauschales Verbot für alle halte ich für schwierig, weil es die Fronten nur verhärtet. Viel sinnvoller wäre es, im Vorfeld miteinander zu sprechen, zum Beispiel mit den Nachbarn. Wer hat aus welchem Grund Bedenken, und lässt sich vielleicht ein Kompromiss finden, mit dem alle leben können. Rücksicht und gegenseitiges Verständnis sind aus meiner Sicht der einzige Weg.“

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Matthias Dösch, 40, Wustviel

„Früher habe ich selbst Raketen abgeschossen, aber das mache ich heute nicht mehr. Ich möchte das Feuerwerk lieber in Ruhe genießen, ohne ständig aufpassen zu müssen. Schließlich soll niemand gefährdet werden, wenn etwas abgefeuert wird. Mit meiner Frau und unserem kleinen Sohn gehen wir auf eine Anhöhe bei uns im Dorf. Von dort hat man einen fantastischen Blick über das Tal der Rauhen Ebrach und kann das Feuerwerk wunderbar beobachten.“