[FOTOS] Großbrand vernichtet Scheunen und greift auf Wohnhäuser über

Mitten im dichtbebauten Ortskern von Pfaffendorf standen mehrere Scheunen in Flammen. Foto: Matthias Welz

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Maroldsweisach / Pfaffendorf, Lkr. Haßberge. Bereits aus weiter Entfernung war am Mittwochnachmittag eine riesige schwarze Rauchsäule sichtbar. Im dicht bebauten Ortskern des Maroldsweisacher Gemeindeteils Pfaffendorf stand ein Anwesen direkt an der Ortsdurchfahrt (B 279) in Vollbrand.

Kurz vor 15 Uhr löste die Integrierte Leitstelle (ILS) Schweinfurt einen Großalarm für etliche Feuerwehren der Umgebung aus. Zuvor löste eine Nachbarin den Notruf aus: „Ich hörte einen explosionsartigen Schlag und kurze Zeit später stand die Scheune lichterloh in Flammen“.

Von den drei Scheunen blieben nur noch verkohlte Reste übrig. Foto: © Christian Licha

Mit einer Riegelstellung versuchten die Feuerwehrmänner und -frauen zunächst den Brand einzugrenzen. Durch eine Änderung der Windrichtung wurde dieses Vorhaben jedoch erschwert, berichtete Kreisbrandinspektor Jonas Ludewig, der auch die Einsatzleitung inne hatte. Wegen der starken Hitzeentwicklung konnte nicht vermieden werden, dass zwei direkt benachbarte Wohnhäuser in Mitleidenschaft gezogen wurden. Insgesamt fielen drei aneinander gebaute Scheunen den Flammen zum Opfer, die auch eingestürzt sind. Weitere kleinere Nebengebäude wurden ebenfalls ein Raub der Flammen. Die Aussage eines Pfaffendorfer Einwohners, dass sich wohl Hühner und Kaninchen in einer Scheune befunden haben sollen, konnte die Feuerwehr vor Ort nicht bestätigen, aber wollte es auch nicht ganz ausschließen, dass eventuell Kleintiere ums Leben kamen.

Mit zwei Drehleitern aus Ebern und Hofheim wurden die Flammen von oben bekämpft. Foto: © Christian Licha

Neben dem örtlichen Hydrantennetz diente ein nahegelegener See der Löschwasserversorgung, zu dem eine rund 400 Meter lange Schlauchleitung verlegt wurde. Nachdem in den Abendstunden die Temperatur unter den Gefrierpunkt sank, wurde die Lage nochmal etwas schwieriger. Vorsorglich haben die Feuerwehren jedoch schon zumindest die Hauptzugangswege mit Streusalz gegen Glätte geschützt. Die Nachlöscharbeiten inklusive einer Brandwache haben die ganze Nacht angedauert, so Einsatzleiter Ludewig.

Die Flammen griffen auf zwei benachbarte Wohnhäuser über. Foto: © Christian Licha

Insgesamt waren über 150 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Altenstein, Burgpreppach, Ditterswind, Ebern, Ermershausen, Eyrichshof, Geroldswind, Hafenpreppach, Hofheim, Junkersdorf an der Weisach, Kraisdorf, Maroldsweisach, Pfaffendorf, Pfarrweisach, Rabelsdorf, Unterpreppach sowie der Atemschutzgerätewagen der Feuerwehr Sand und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) vor Ort. Weiterhin waren nochmals über 50 Einsatzkräfte des Rettungsdienstes, der Polizei und die Fachberater des THW Haßfurt in das Geschehen eingebunden. Im Schloss des Ortes, in dem eine Jugendhilfeeinrichtung untergebracht ist, versorgte das Rote Kreuz die Einsatzkräfte mit Essen und warmen Getränken.

Mühsam gestalteten sich die Nachlöscharbeiten. Foto: © Christian Licha

Während der Löscharbeiten wurden zwei Feuerwehrmänner leicht verletzt, wurden jedoch vor Ort noch nach Hause entlassen. Ein 85-jähriger Hausbewohner musste aufgrund gesundheitlicher Begebenheiten ins Klinikum Coburg eingeliefert werden, gab BRK-Pressesprecher Michael Will Auskunft. Zusammen mit dem Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizei Schweinfurt übernahmen die Beamten der Polizeiinspektion Ebern die Ermittlungen der Brandursache, die derzeit noch nicht feststeht. Am Donnerstagmorgen habendie Brandermittler ihre Arbeit fortgesetzt. Auch zur Schadenshöhe kann vorläufig noch keine Aussage getroffen werden, die sich aber wohl im sechsstelligen Bereich bewegen wird. Die B279 war komplett gesperrt. Die Feuerwehr leitete den Verkehr großräumig um.