[FOTOS] Großbrand nahe Schloss Eyrichshof: Reifenlager brennt lichterloh

Lichterloh brannte ein Nebengebäude des Schlosses Eyrichshof, das als Lagerhalle für Reifen genutzt wurde. Foto: © Christian Licha

Ebern / Eyrichshof, Lkr. Haßberge. In den frühen Morgenstunden des Freitags kam es im Eberner Stadtteil Eyrichshof zu einem Großbrand. Eine ehemalige Scheune, die als Lagerhalle für Reifen genutzt wurde, stand beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte bereits in Vollbrand. Durch das Feuer entwickelte sich eine dichte, teils giftige Rauchwolke, die sich bis in die Bereiche Fischbach und Teile des Stadtgebiets von Ebern ausbreitete.

Kurz vor 4 Uhr entdeckte ein Zeitungsausträger den Brand nahe des Sportplatzes. Aus dem historischen Nebengebäude der Schlossanlage schlugen bereits Flammen. Der Mann setzte umgehend einen Notruf ab, woraufhin die Integrierte Leitstelle (ILS) Schweinfurt ein Großaufgebot an Einsatzkräften alarmierte.

Stundenlang waren die Einsatzkräfte gefordert. Foto: © Christian Licha

Die Einsatzleitung übernahm der Eberner Kommandant David Pfeufer. Beim Eintreffen der Feuerwehr war das Feuer bereits weit fortgeschritten. „Etwa eine Viertelstunde nach unserem Eintreffen zündete die Scheune komplett durch. Das Gebäude stand kurze Zeit später in voller Ausdehnung in Flammen“, schilderte Pfeufer die dramatische Lage. In der Halle lagerten ausschließlich Reifen, auf dem Dach befand sich zudem eine Photovoltaikanlage. Im Verlauf des Brandes stürzten Teile des Gebäudes ein, immer wieder waren kleinere explosionsartige Geräusche zu hören.

Große Teile der Scheune stürzten ein. Foto: © Christian Licha

Aufgrund des enormen Ausmaßes ließ der Einsatzleiter weitere Kräfte nachalarmieren. Insgesamt waren mehr als 180 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und THW vor Ort. Beteiligt waren die Feuerwehren aus Eyrichshof, Ebern, Brünn, Fischbach, Frickendorf, Gereuth, Heubach, Kraisdorf, Pfarrweisach, Rentweinsdorf, Treinfeld, Unterpreppach, Vorbach, Weißenbrunn und die Werksfeuerwehr Valeo Ebern. Zur Brandbekämpfung kamen auch zwei Drehleitern zum Einsatz. Die Feuerwehr Sand unterstützte die Löscharbeiten mit dem Gerätewagen Atemschutz und stellte frische Atemluftflaschen für die eingesetzten Atemschutzgeräteträger bereit. Zudem war der Gerätewagen Messtechnik im Einsatz, mit dem die Umgebungsluft fortlaufend auf mögliche Schadstoffe überprüft wurde. Gegen 8 Uhr wurde über die ILS eine Warnmeldung für die Bevölkerung ausgelöst. Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurden die Bürger aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten, Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten sowie das betroffene Gebiet möglichst zu meiden.

Letzte Anweisungen für den Löscheinsatz von der Drehleiter aus. Foto: © Christian Licha

Die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) unterstützte die Einsatzführung unter anderem mit einer Drohne, um sich aus der Luft ein genaues Lagebild zu verschaffen. Zwei Fachberater des Technischen Hilfswerks Haßfurt standen ebenfalls beratend zur Seite. Auch die Schnelleinsatzgruppen Betreuung, Verpflegung und Transport des BRK Haßberge waren mit eingebunden. Diese versorgten die Einsatzkräfte im Feuerwehrhaus Eyrichshof mit Getränken und warmem Essen. Kreisbrandrat Ralf Dressel sowie Kreisbrandinspektor Jonas Ludewig machten sich ebenfalls ein Bild der Lage und begleiteten gemeinsam mit mehreren Kreisbrandmeistern die Arbeiten an der Einsatzstelle.

Das Löschwasser wurde an zwei Entnahmestellen aus der nahegelegenen Baunach entnommen. Foto: © Christian Licha

Die Löschwasserversorgung erfolgte zunächst über das örtliche Hydrantennetz sowie über die wasserführenden Fahrzeuge. Im weiteren Verlauf wurden zwei Entnahmestellen an der nahegelegenen Baunach eingerichtet. „Sobald die Wasserförderung aus der Baunach stabil lief, konnten wir das Hydrantennetz abschalten. So mussten wir kein wertvolles Trinkwasser für die Löscharbeiten einsetzen“, erklärte Pfeufer.

Die angrenzenden Gebäude konnten erfolgreich vor einem Übergreifen der Flammen geschützt werden. Foto: © Christian Licha

Glücklicherweise handelte es sich bei dem Brandobjekt um kein Wohngebäude, sodass keine Anwohner in unmittelbare Gefahr gerieten. Dennoch blieb der Einsatz nicht ohne Folgen. Drei Feuerwehrmänner zogen sich bei den Löscharbeiten eine leichte Rauchgasvergiftung zu und mussten medizinisch versorgt werden.

Zahlreiche Atemschutzgeräteträger waren in das Einsatzgeschehen eingebunden. Foto: © Christian Licha

Die Löscharbeiten zogen sich bis in den Vormittag hinein, anschließend wurde über den gesamten Tag hinweg eine Brandwache gestellt. Zur Brandursache liegen derzeit noch keine Erkenntnisse vor. Die Ermittlungen dazu wurden von den Brandfahndern der Kriminalpolizei Schweinfurt übernommen.

Im Einsatz waren die Drehleitern der Feuerwehr Ebern und der Werksfeuerwehr Valeo. Foto: © Christian Licha

Nach Angaben der Polizei befanden sich rund 4.000 Reifen in dem Gebäude, der entstandene Sachschaden wird auf etwa 500.000 Euro geschätzt. Vor Ort waren jedoch auch andere Zahlen zu hören. Der Pächter des Anwesens, ein Reifenhändler, gab gegenüber der Feuerwehr an, dass sich rund 10.000 Reifen in der Halle befunden hätten. Er rechnet nach eigenen Angaben mit einem Schaden von rund einer Million Euro.