[FOTOS] Großeinsatz: Brand in Fachwerkhaus fordert Feuerwehr über Stunden

Mitten im Hellinger Dorfkern brannte am Mittwoch ein Fachwerkhaus. Foto: © Christian Licha

Königsberg / Hellingen, Lkr. Haßberge. Die Einwohner des Königsberger Stadtteils Hellingen wurden am Mittwochvormittag durch die Sirene aufgeschreckt. Mitten im Dorf quoll dichter Rauch aus einem Fachwerkhaus, in dem ein Brand ausgebrochen war. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig und zogen sich bis in die späten Nachmittagsstunden hin. Erschwert wurden die Löscharbeiten zusätzlich durch Glatteisbildung infolge des ausgetretenen Löschwassers bei winterlichen Temperaturen.

Im Verlauf des Einsatzes entwickelten sich im Gebäude immer wieder Flammen, die teilweise aus den Fenstern schlugen. Foto: © Christian Licha

Kurz vor 10.15 Uhr wurde eine aufmerksame Nachbarin auf die starke Rauchentwicklung aufmerksam und setzte einen Notruf ab. Die Integrierte Leitstelle (ILS) Schweinfurt alarmierte daraufhin die Feuerwehren aus Hellingen und Königsberg. Bereits kurz nach dem Eintreffen war für Kommandant und Kreisbrandmeister Peter Schüler klar, dass der Brand überwiegend im Innenangriff bekämpft werden musste. „Um ausreichend Atemschutzgeräteträger vor Ort zu haben, ließen wir die Feuerwehren Haßfurt und Prappach nachalarmieren“, erklärte der Einsatzleiter. Zusätzlich stellte die Feuerwehr Sand mit ihrem Gerätewagen Atemschutz sicher, dass genügend frische Atemluftflaschen zur Verfügung standen.

Insgesamt vier Gasflaschen, die sich in dem Haus befanden, wurden von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht. Foto: © Christian Licha

Der stellvertretende Kommandant Alexander Schüler berichtete, dass der Brand vermutlich im Erdgeschoss etwa in der Mitte des Hauses ausgebrochen sei. Von dort habe sich das Feuer zwischen Kamin und Wand über den ersten Stock bis in den Dachstuhl ausgebreitet. Besonders problematisch waren dabei versteckte Glutnester in sogenannten Fehlböden. Dabei handelt es sich um Zwischenräume in Fachwerkhäusern, die traditionell mit Lehm und Stroh gefüllt und in diesem Fall zusätzlich mit Rigipsplatten verkleidet sind, was den Zugang für die Feuerwehr erheblich erschwert. Immer wieder loderten während des Einsatzes Flammen auf und schlugen teilweise aus den Fenstern. Eine weitere Gefahr stellte sich im Gebäudeinneren dar: Insgesamt vier teils volle Gasflaschen befanden sich im Haus. Diese wurden von der Feuerwehr umgehend ins Freie gebracht und dort gekühlt. Durch die frühe Alarmierung und das schnelle Eingreifen konnte außerdem verhindert werden, dass der Brand auf eine rückwärtig angebaute Holzscheune übergriff.

Auch die Dachziegel mussten teilweise abgedeckt werden, um an die Glutnester zu kommen. Foto: © Christian Licha

Das Dach musste mithilfe der Drehleiter teilweise geöffnet werden, um an versteckte Glutnester zu gelangen. Während dieser Arbeiten wurde durch den Energieversorger vorsorglich der Strom abgeschaltet, da sich die Drehleiter in unmittelbarer Nähe eines Dachständers befand. Davon waren auch weitere Häuser betroffen. Ein Mitarbeiter von Bayernwerk erklärte dazu: „Alle Gebäude, die über die Freileitung versorgt werden, haben derzeit keinen Strom.“

Insgesamt waren über 50 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei vor Ort. Verletzt wurde bei dem Brand niemand, wie der Einsatzleiter des Rettungsdienstes, Wolfgang Zweverink bestätigte. Nach Angaben der Beamten der Polizeiinspektion Haßfurt befanden sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs keine Personen im Haus. Zur Brandursache und zur Höhe des entstandenen Schadens konnten zunächst keine Angaben gemacht werden. Die Kriminalpolizei Schweinfurt wird die Ermittlungen aufnehmen.