[FOTOS] Meterhohe Flammen kilometerweit sichtbar: Scheunenbrand im Steigerwald

Meterhoch schlugen die Flammen aus der Scheune, so dass der Feuerschein noch in etlicher Kilometer Entfernung sichtbar war. Foto: © Christian Licha

Rauhenebrach / Prölsdorf, Lkr. Haßberge. Im Steigerwald stand in der Nacht von Freitag auf Samstag eine Scheune in Vollbrand. In der Flur nahe dem Rauenebracher Ortsteil Prölsdorf wüteten meterhohe Flammen. Der Feuerschein war noch kilometerweit deutlich zu erkennen, wie beispielsweise Anwohner aus Untersteinbach und Kirchaich berichteten. Es wurde ein Großalarm ausgelöst, an dem zehn Feuerwehren aus den Landkreisen Haßberge und Bamberg mit insgesamt rund 130 Einsatzkräften beteiligt waren.

Vor der Scheune stand ein Auto, das ebenfalls ein Raub der Flammen wurde. Foto: © Christian Licha

Gegen 22.15 Uhr bemerkte ein Mitteiler den Brand und setzte einen Notruf ab. Die Integrierte Leitstelle (ILS) Schweinfurt alarmierte daraufhin die Feuerwehren aus Prölsdorf, Falsbrunn, Fürnbach, Untersteinbach, Kirchaich, Eltmann, Burgebrach, Burgwindheim, Schönbrunn sowie die Feuerwehr Sand mit dem Atemschutzgerätewagen des Landkreises Haßberge, den Fachberater des THW Haßfurt und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL). „Die Zusammenarbeit der beteiligten Feuerwehren über die Landkreisgrenze hinweg verlief absolut reibungslos. Das hat gezeigt, wie gut die Einheiten aufeinander abgestimmt sind“, betonte Kreisbrandrat Ralf Dressel. Unterstützt wurde der Einsatz außerdem von Kreisbrandinspektor Jonas Ludewig sowie den Kreisbrandmeistern Fabian Hümmer, Dominik Mroz und Klaus Oster.

Ein 9.000-Liter-Tank der Feuerwehr Untersteinbach (rechts hinten) diente als Zwischenpuffer für die Wasserlieferung des Pendelverkehrs. Foto: © Christian Licha

„Bei unserem Eintreffen stand die Scheune bereits im Vollbrand, ebenso ein davor abgestellter Pkw“, berichtete Einsatzleiter Timo Weber, der Gruppenführer bei der Feuerwehr Prölsdorf ist. Er erklärte, dass sich in der rund 100 Quadratmeter großen Scheune ein weiterer Pkw, ein Traktor sowie verschiedene landwirtschaftliche Gerätschaften befunden hätten. Zudem seien dort rund 30 Ster Brennholz gelagert gewesen. Etliche Trupps Atemschutzgeräteträger kämpften gegen das Feuer, das eine starke Rauchentwicklung mit sich zog. Einige Bäume in unmittelbarer Nähe blieben unversehrt. Für die Scheune und deren Inventar kam jedoch jede Rettung zu spät. Zunächst blieb lediglich das hölzerne Gerippe stehen, das später mit einem Bagger eingerissen werden musste. Mit Wärmebildkameras wurde im Brandschutt nach versteckten Glutnestern gesucht, zudem löschten die Einsatzkräfte immer wieder auflodernde Flammen ab.

Auch 30 Ster Brennholz waren bei der Scheune gelagert. Foto: © Christian Licha

„Gerade bei Bränden außerhalb der Ortschaft ist die Wasserversorgung immer eine besondere Herausforderung“, betonte Einsatzleiter Timo Weber. Die Löschwasserversorgung organisierten die Feuerwehren mit Tanklöschfahrzeugen im Pendelverkehr. In Prölsdorf zapften sie das Wasser aus dem örtlichen Hydrantennetz und transportierten es zur Einsatzstelle, die in der Verlängerung der Straße „Weinleite“ lag, etwa einen Kilometer außerhalb des Dorfes. Ein 9.000-Liter-Tank der Feuerwehr Untersteinbach diente als Zwischenpuffer, bevor das Wasser direkt zum Brandort gelangte. Nach rund vier Stunden intensiver Arbeit seit der Alarmierung war der Einsatz für die meisten Kräfte beendet. Über Nacht stellte die Feuerwehr Prölsdorf zusätzlich eine Brandwache.

Mit dem Gerätewagen Atemschutz sorgte die Feuerwehr Sand für ausreichend Nachschub frischer Atemluftflaschen für die Einsatzkräfte. Foto: © Christian Licha

Wie die Beamten der Polizeiinspektion Haßfurt mitteilten, beläuft sich der Sachschaden nach Einschätzung des Eigentümers wohl auf über 100.000 Euro. Die Brandursache ist noch ungeklärt. Wie die Scheune, die ohne Stromversorgung war, in Brand geraten konnte, ermittelt nun die Schweinfurter Kriminalpolizei. Der Kriminaldauerdienst war noch in der Nacht vor Ort. Der Einsatz wurde sanitätsdienstlich durch das Rote Kreuz abgesichert. Verletzte gab es keine.