Die Dorfrocker machten ihr Publikum happy

Im Rahmen ihrer "Heldentour" machten die Dorfrocker auch Station in Sand. Foto: © Christian Licha

Sand am Main, Lkr. Haßberge. “Entscheidend ist, dass die Leute happy sind, die zu uns kommen”, so lautet das Motto der Dorfrocker, die zur Zeit in ganz Deutschland mit ihrer “Heldentour” unterwegs sind, wenn auch vor weitaus weniger Zuschauern als früher. Am Wochenende freuten sich Markus, Tobias und Philipp Thomann auch endlich wieder einmal in ihrem Heimatlandkreis auftreten zu dürfen. Am Freitag und Samstag machten die Brüder dem Publikum im Sander Seestadion jede Menge gute Laune. Etwa 150 Zuschauer jeweils an beiden Tagen waren begeistert, dass mit den Dorfrockern endlich wieder eine Live-Veranstaltung in der Korbmachergemeinde stattfinden konnte.

Trotz aller eingehaltenen Corona-Vorschriften herrschte an den beiden Tagen eine fantastische Stimmung im Sander Seestadion. Foto: © Christian Licha

Es soll “gesittet” zugehen, sagte Tobias Thomann am Anfang des Konzertes. Kein großes Remmi-Demmi, wie sonst in Zeiten vor Corona. Trotzdem herrschte eine fantastische Stimmung. Die Besucher machten mit, klatschten und schunkelten an ihren Plätzen, unter Einhaltung aller Hygienevorschriften. Weit auseinandergestellt waren auf dem Fußballplatz die Tische, an denen vorschriftsmäßig jeweils eine Kleingruppe saß. FC-Vorsitzender Egbert Mahr und sein Helfer-Team stellten im Vorfeld der Veranstaltung ein Hygienekonzept auf, das vom Landratsamt genehmigt wurde. Ein Ordnungsdienst sorgte für einen reibungslosen Ablauf, registrierte die Zuschauer und begleitete sie zu ihrem Platz. “Wir danken dem Publikum für sein Verständnis”, zeigte sich Mahr froh, dass es keinerlei Zwischenfälle gab. Auch eine Streife der Polizeiinspektion Haßfurt schaute nach dem Rechten und konnte keine Regelverletzungen feststellen.

Hier geht’s zu den Bildergalerien:

FOTOS: Die Dorfrocker im FC Stadion Sand am Main – Freitag, 14.08.2020

FOTOS: Die Dorfrocker im FC Stadion Sand am Main – Samstag, 15.08.2020

Der FC Sand als Veranstalter hat mit seinem Hygienekonzept für ein sicheres Konzert gesorgt. Weit auseinandergestellt waren auf dem Fußballplatz die Tische, an denen vorschriftsmäßig jeweils eine Kleingruppe saß. Foto: © Christian Licha

Eine gute Mischung aus Stimmungsliedern und ruhigeren Stücken präsentierten die Dorfrocker-Brüder in ihrem zwei Stunden Nonstop-Programm. Neben ihren eigenen Hits wie “Dorfkind”, “Vogelbeerbaum”, “Feuerwehren” und vielen anderen, haben aber auch bekannte Cover-Melodien nicht gefehlt. Ganz romantisch ging es zum Beispiel zu, als Markus Thomann “Ohne Dich” sang und dabei am Keyboard in die Tasten griff. Bruder Philipp verbreitete mit “Nur noch Schuhe an” ein kleines bisschen Malle-Feeling, während Tobias mit dem Queen-Klassiker “We Will Rock You” zeigte, dass er auch hervorragend Schlagzeug spielen kann. Als besondere Überraschung hatten die Dorfrocker ein neues Lied parat, das in Sand Weltpremiere hatte. “Heute schenken wir uns was vom Glück ein…”, so der Refrain, wurde passenderweise um die Textzeile “…einen Sander Wein rein” ergänzt. Natürlich war auch die Moderation der drei Kirchaicher sehr unterhaltsam. So plauderte zum Beispiel Markus aus dem Nähkästchen und verriet, dass Tobias als Grundschüler etwas mollig und angeblich als Torwart in seinem Heimatverein Kirchaich bei den E-Schülern so ungelenkig war, dass die Mannschaft bei einem Spiel gegen einen Außenseiter krachend verlor. “Ich war auf dem besten Weg ein Manuel Neuer zu werden”, relativierte Tobias die Aussage seines Bruders. Nach einem Wechsel zum FC Sand konnte er damals auch gleich mit einem 2 : 0 Sieg im ersten Spiel triumphieren und war später sogar in der Landkreis-Auswahl.

Tobias Thomann überzeugte auch am Schlagzeug mit einem gewaltigen Groove. Foto: © Christian Licha

Seit Juni haben die Dorfrocker bisher 40 Konzerte gegeben. Angefangen hat es mit den ersten Lockerungen in Hessen, Auftritte in anderen Bundesländern folgten. Sonst bei Spitzenkonzerten mit bis zu 60.000 Zuschauern begnügen sich die drei Jungs derzeit mit 80, 100 oder 200 Gästen, je nachdem welche Regelungen am Veranstaltungsort gültig sind. “Wir wollen etwas machen und möchten unseren Fans zeigen, dass wir für sie da sind”, sagte Tobias Thomann. Im Gegensatz zu anderen Künstlern sind die Dorfrocker mit ihren Entscheidungen frei, denn sie haben keinen externen Manager, der Vorgaben macht. Deshalb haben sich die Musiker auch eine eigene kleine Heldenbühne zugelegt, mit der sie zur Zeit durch die Lande touren. Im März haben die Dorfrocker auch ihr Lied “Stille Helden” neu aufgenommen, mit dem sie ausdrücklich allen Helfern während und außerhalb der extremen Corona-Zeit danken wollen. Die “Thomänner” produzieren momentan ebenfalls ein neues Album, das Ende September auf den Markt kommen wird. Es wird den Titel “Landgemacht” haben, wie Tobias exklusiv unserem Reporter verraten hat.

Annalena Schuler aus Gädheim ist einfach nur begeistert von den Dorfrockern. Die 23-jährige Arzthelferin gehört als Arzthelferin selbst zu den “stillen Helden” der Coronazeit. Foto: © Christian Licha

Neben zahlreichen Einheimischen waren natürlich auch viele Auswärtige in Sand dabei. Sogar aus ganz Bayern, Heilbronn, Karlsruhe und Bonn reisten die Fans an. Von Anfang an dabei, als die Dorfrocker 2007 ihre Band gründeten, ist zum Beispiel Annalena Schuler aus Gädheim. Die heute 23-Jährige ist mit ihrem Beruf als Arzthelferin selbst eine “stille Heldin” und freut sich mit den kleinen Dorfrocker-Konzerten etwas Abwechslung vom Berufsleben zu finden.

Anja Wolf, Fanclub-Leiterin und Fanshop-Verkäuferin, erlebte in Sand ihren bereits 1052. Auftritt mit den Dorfrockern. Foto: © Christian Licha

“Hier in Sand erlebe ich meinen 1052. Auftritt mit den Dorfrockern”, erzählt Anja Wolf aus der Nähe von Hof. Im Jahre 2007 hat sie die damalige Nachwuchsband im Vorprogramm der “Zillertaler Schürzenjäger” bei einem Open Air auf dem Finkenberg im Zillertal kennengelernt und war sofort begeistert. Das war der Startschuss zu einem wahren Marathon an Auftrittsbesuchen. Ihren 1000. Auftritt durfte Anja Wolf in Kanada erleben. Hier schenkten ihr die Dorfrocker als Anerkennung eine Reise nach Las Vegas. Seit vielen Jahren hilft die junge Frau auch im Fan-Shop, der bei jedem Auftritt neben der Bühne aufgebaut ist. Außerdem ist sie die Vorsitzende des größten Dorfrocker-Fanclubs “”Yodlio”, der über 450 Mitglieder hat. Im Internet ist der Fanclub unter https://yodlio.hpage.com/home.html  präsent. Wie es der Zufall wollte, lernte Anja Wolf 2010 ihren jetzigen Mann Markus kennen, der ebenfalls zu den “Hardcore-Fans” gehört. Die Dorfrocker darf man somit sicherlich als Ehestifter bezeichnen, denn 2018 läuteten die Hochzeitsglocken für das Paar.

Sophia ist bereits seit sechs Jahren großer Dorfrocker-Fan. Um ihrem Opa Karl Valtenmeier das richtige Outfit zu verpassen, lieh die Elfjährige ihm ihre originelle Fanbrille. Foto: © Christian Licha

Demnächst sind die Dorfrocker auch wieder im deutschlandweiten Fernsehen zu sehen. Ende August haben sie einen Auftritt in der ARD-Sendung “Immer wieder sonntags” und im September beim Gegenstück, der ZDF-Sendung “Fernsehgarten”. Außerdem haben Markus, Tobias und Philipp Thomann am Sonntag, 6. September, ein Heimspiel in Kirchaich. Dort findet unter Beachtung der Corona-Regeln ab 18.30 Uhr auf dem Festplatz ein Exklusives unplugged Open Air statt. Einlass ist bereits ab 17 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf in Kirchaich bei der Metzgerei Neundörfer, dem Autohaus Heil und Edeka Sauer.

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