Gädheim, Lkr. Haßberge. Ein schwerer Verkehrsunfall hat sich am Freitagnachmittag auf der Staatsstraße 2447 (ehemaligen B 26) bei Gädheim ereignet. Drei Menschen wurden dabei verletzt, zwei von ihnen, eine 60-jährige Mutter und ihr 19-jähriger Sohn, so schwer, dass sie in Lebensgefahr schweben.
Gegen 15.45 Uhr wollte der 19-Jährige mit seinem Honda von Gädheim kommend an der mittleren Ausfahrt auf die Staatsstraße in Richtung Haßfurt auffahren. Auf dem Beifahrersitz befand sich seine Mutter. Beim Einfahren in die Staatsstraße übersah der Fahranfänger offenbar einen vorfahrtsberechtigten Ford Kuga, der in Richtung Schweinfurt unterwegs war und von einem 46-jährigen Mann gelenkt wurde. Trotz einer eingeleiteten Bremsung konnte der Ford-Fahrer den Zusammenstoß nicht mehr verhindern und prallte auf Höhe der Fahrertür in den Honda.

Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Honda von der Fahrbahn geschleudert, stürzte einen etwa fünf Meter hohen Abhang hinab und landete auf den Rädern auf einer Wiese. Der Ford drehte sich und blieb entgegen seiner ursprünglichen Fahrtrichtung auf der Straße stehen.
Augenzeugen setzten umgehend einen Notruf ab. Die Integrierte Leitstelle (ILS) Schweinfurt alarmierte daraufhin die Feuerwehren aus Gädheim-Ottendorf, Schonungen und Forst sowie einen Fachberater des Technischen Hilfswerks (THW) Haßfurt. Die rund 50 Einsatzkräfte waren zusammen mit dem Rettungsdienst schnell vor Ort. Während der Fahrer des Ford sein Fahrzeug eigenständig verlassen konnte und mittelschwer verletzt wurde, waren Mutter und Sohn im Honda eingeschlossen.

Zur Rettung mussten die Einsatzkräfte schweres Gerät einsetzen. „Wir haben das Dach abgenommen. Dabei kamen die beiden hydraulischen Rettungssätze der Feuerwehren Gädheim-Ottendorf und Schonungen gleichzeitig zum Einsatz, jede Seite wurde parallel bearbeitet“, erklärte Stefan Kuhn, der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Gädheim-Ottendorf, der auch die Einsatzleitung innehatte. Auch Kreisbrandinspektor Thomas Neeb und Kreisbrandmeister Dominik Mroz unterstützten die Maßnahmen.
Die Verletzten wurden mit Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser eingeliefert. Die Verletzungen der beiden Honda-Insassen waren so schwer, dass eine Lebensgefahr nicht ausgeschlossen werden konnte, wie ein Beamter der Polizeiinspektion Haßfurt mitteilte.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Bamberg wurde ein Gutachter zur Unfallstelle hinzugezogen. Beide Fahrzeuge wurden komplett zerstört und polizeilich sichergestellt. Die Staatsstraße war für mehr als drei Stunden größtenteils komplett gesperrt. Die Feuerwehr leitete den Verkehr innerorts durch Gädheim um.
