Jobentdecker erkunden Tätigkeitsfeld der Freiwilligen Feuerwehr Ebern

Lena Weinkauf, Anna Reinhart und Lasse Hetterich (von links) war der Tag bei der Feuerwehr Ebern sehr erlebnisreich und beeindruckend. Foto: © Christian Licha

Ebern, Lkr. Haßberge. Nicht nur Berufe gab es für die Jobentdecker zu erkunden, sondern auch das Tätigkeitsfeld Ehrenamtlicher. Anna, Lasse und Lena waren auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Ebern zu zu Gast. Die Jugendlichen sind ein Teil der insgesamt sechs Jobentdecker, die in den Sommerferien im Landkreis Haßberge unterwegs waren. Ihre Erfahrungen, die sie dabei sammelten, teilten sie mit der Community und gaben so ihre Erlebnisse an andere jungen Leute weiter. Um räumlich den gesamten Landkreis Haßberge abzudecken, fiel die Wahl bei der Freiwilligen Feuerwehr auf den Standort Ebern, wie Regionalmanagerin Sonja Gerstenkorn erläuterte. Ihr Amt fördert zusammen mit der „Bildungsregion Landkreis Haßberge“ das interessante Projekt.

Am Strahlrohr galt es einen fiktiven Flächenbrand zu löschen. Foto: © Christian Licha

Alles Wissenswerte rund um die Freiwillige Feuerwehr brachte Kommandant David Pfeufer den Jobentdeckern näher. Für Anna Reinhart, Lasse Hetterich und Lena Weinkauf war es sehr interessant zu erfahren, welchen Anforderungen ein Feuerwehrler gewachsen sein muss. So beträgt beispielsweise die Hilfsfrist nur zehn Minuten. Das heißt, ab Ende des Notrufes, ist die Feuerwehr spätestens nach zehn Minuten am Einsatzort. Damit das auch so  klappt, ist natürlich Schnelligkeit und eine perfekte Organisation gefordert, so Pfeufer. Schließlich müssen die Ehrenamtlichen erst einmal von ihrem Aufenthaltssort zum Feuerwehrgerätehaus kommen, ehe sie ausrücken können. So ist es keine Seltenheit, dass ein Feuerwehrmann beziehungsweise eine Feuerwerfrau, wenn sie nachts aus dem Tiefschlaf gerissen wird, bereits nach nur einer Minute fix und fertig mit Schutzanzug auf der Anfahrt zum Standort ist.

Mächtig Eindruck machte der Hitzeschutzanzug, den die drei Jobentdecker anziehen durften. Foto: © Christian Licha

Durch die Integrierte Leitstelle Schweinfurt (ILS), die alle Notrufe für die Region Main-Rhön entgegennimmt, kommen die Informationen per Einsatz-Telefax direkt an die Verantwortlichen. Dort ist der gemeldete Einsatz kurz beschrieben sowie auch die Örtlichkeit und welche Feuerwehrfahrzeuge ausrücken müssen. Ab der Einsatzstufe B3, etwa bei einem Wohnhausbrand, wird automatisch auch die Drehleiter mitalarmiert, von denen die Feuerwehr Ebern eine der größten im Landkreis hat. Die DLK 23/12 hat einen Korb in denen bis zu drei Personen befördert werden können, erläuterte Maschinist Simon Gerstenkorn. Mit einer Ausladung von zwölf Metern kann die Drehleiter 23 Meter in die Höhe gefahren werden. Anna, Lasse und Lena durften auch selbst auf dem Hof der Feuerwehr in luftiger Höhe einen Ausblick auf Ebern genießen.

Mit der Drehleiter ging es 23 Meter in die Höhe. Foto: © Christian Licha

Ein besonderes Erlebnis für die drei Jobentdecker im Alter von 14 bis 17 Jahren waren auch die weiteren praktischen Vorführungen, bei denen sie selbst Hand anlegen durften. Nach entsprechender Einweisung durch den Kommandanten “löschten” sie zum Beispiel mit dem Strahlrohr einen fiktiven Flächenbrand. Aber auch die Rettungsschere, die das Löschfahrzeug mitführt, kam zum Einsatz. Hier galt es von einem Eisenrohr ein Stück abzutrennen. Das was für die Jobentdecker eine Herausforderung, denn die Schere selbst wiegt schon 21 Kilogramm.

Mit der Rettungsschere konnten Anna, Lasse und Lena ausprobieren, ein Stück von einem Stahlrohr abzuschneiden. Foto: © Christian Licha

Nach der zweieinhalbstündigen Präsentation der Feuerwehr waren Anna, Lasse und Lena sehr beeindruckt von den Leistungen der Ehrenamtlichen, die sie vollbringen müssen. Lena Weinhold ist hierbei schon etwas familär “vorbelastet”, sind doch auch ihre beiden Brüder bei der Feuerwehr in ihrem Heimatort Sand aktiv. Die beiden wünschen sich natürlich auch, dass ihre Schwester zur Jugendfeuerwehr geht, um später den aktiven Einsatztrupp unterstützen zu können. Bei fast allen größeren Feuerwehren gibt es auch diese Abteilung für den Nachwuchs, erklärte David Pfeufer. Ab einem Alter von zwölf Jahren kann man in die Jugendfeuerwehr eintreten, bei der neben regelmäßigen Unterricht und praktischen Übungen auch der Spaß und der Teamgeist nicht zu kurz kommen. Einige Orte im Landkreis haben  sogar auch eine Kinderfeuerwehr, mit der bereits Neugierige ab dem Grundschulalter an das Thema Feuerwehr herangeführt werden. In Ebern stand man auch kurz vor der Gründung. Ursprünglich war geplant im April eine Kinderfeuerwehr ins Leben zu rufen, was aber durch die Corona-Maßnahmen vereitelt wurde. Dennoch ist sich der Kommandant sicher, dass bei einem späteren Nachholtermin das Projekt zu einem Erfolg wird. Interessierte Kinder und Jugendliche erhalten mehr Informationen auf www.feuerwehr-ebern.de beziehungsweise auf der Homepage der Feuerwehr an ihrem Wohnort.

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