Landkreis Haßberge: Offener Brief von Landrat Wilhelm Schneider

Foto: © Christian Licha

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

die Bedrohung durch das Corona-Virus hat zu Maßnahmen geführt, die bis vor kurzem noch undenkbar schienen. Das Leben ist weltweit eingeschränkt und steht in einigen Bereichen fast still. Schulen und Kitas sind ebenso geschlossen wie viele Geschäfte, Restaurants und Dienstleistungsbetriebe. Seit einer Woche gilt nun auch noch eine weitgehende Kontaktsperre. Noch drastischere Maßnahmen können folgen. All diese Maßnahmen verfolgen das Ziel, die exponentielle Ausbreitung des Virus einzudämmen und zu verlangsamen, damit unser Gesundheitssystem weiterhin in der Lage bleibt, die Kranken bestmöglich zu behandeln. Es geht darum, insbesondere unsere Seniorinnen und Senioren sowie alle Menschen mit Vorerkrankungen zu schützen. Es geht jetzt darum, Leben zu retten!

Mir ist klar, dass die augenblickliche Situation für viel Verunsicherung sorgt. So etwas hat es in Deutschland noch nie gegeben. Daher erscheint ist es mir umso wichtiger, drei wesentliche Grundsätze für unser Zusammenleben zu beachten.

  1. Bleiben Sie ruhig und besonnen. Es besteht kein Grund für Panikmache und Hamsterkäufe. Halten Sie sich an die bekannten Regeln und informieren Sie sich über die Homepage der Kreisverwaltung, oder über die bekannten seriösen Medien im Landkreis Haßberge. Hier erhalten Sie aktuelle und zuverlässige Informationen.
  1. Zeigen Sie Solidarität mit Ihren Mitmenschen. Aufgrund der Kontaktsperre geht das in der Regel nicht durch persönlichen Kontakt, aber es gibt bewährte andere Wege. Ich denke da an die zahlreichen Initiativen, die sich jetzt in kürzester Zeit gegründet haben, um dort zu helfen, wo die Not am größten ist. Und ich denke an die technischen Möglichkeiten, die es uns erlauben, mit unseren Lieben Kontakt zu halten.
  1. Halten Sie durch. Je konsequenter wir die Regeln einhalten, desto eher kann wieder ein Stückweit Normalität einkehren. Bleiben Sie diszipliniert! Die Situation ist für uns alle völlig neu und ungewohnt.

Ich weiß, dass die Corona-Pandemie vor allem auch unsere Unternehmen und Betriebe vor große Herausforderungen stellt. Allen Unternehmen und Betrieben, die durch die Corona-Pandemie in finanzielle Schwierigkeiten geraten sowie allen Beschäftigten, die zum Beispiel von Kurzarbeit betroffen sind, wünsche ich alles Gute und vor allem, dass sie nach der Krise unmittelbar wieder durchstarten können.

Das Coronavirus verändert unseren Alltag, unsere Gewohnheiten, beschränkt unsere geliebte Freiheit. Aber es darf uns Menschen nicht verändern! Es darf uns nicht mutlos machen, nicht egoistisch, nicht rücksichtslos, nicht kalt und herzlos. Vielmehr sollte es uns auch Impulse geben zum Nachdenken, zur Besinnung auf unsere Werte. Und es sollte uns Anlass sein, alle diejenigen zu schätzen, die in dieser schweren Zeit die Räder am Laufen halten. Ich möchte deshalb im Namen des Kreistages, der Verwaltung und der gesamten Bevölkerung Dank und Anerkennung aussprechen:

– Allen Klinikmitarbeitern, Pflegekräften und den weiteren Beschäftigten im Gesundheitswesen, die in dieser Ausnahmesituation unter erschwerten Bedingungen und oft auch unter Einsatz ihrer eigenen Gesundheit für unsere Kranken und Pflegebedürftigen da sind.
– Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Polizei, Feuerwehr, THW, Rettungsdiensten, Bundeswehr und Krisenstäbe, die in diesen Tagen nicht zur Ruhe kommen und Tag und Nacht für Sicherheit und Ordnung sorgen.
– Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Lebensmittelgeschäften, Bäckereien, Metzgereien, Apotheken und Drogerien, Landwirten und Lkw-Fahrern, die unsere Grundversorgung sichern und mit Freundlichkeit auch manch unleidige Kunden bedienen.
– All den Beschäftigten in Betrieben, Dienstleistungs- und Versorgungsunternehmen, Rathäusern, Behörden und Medien, die trotz Beschwernissen tagtäglich dafür sorgen, dass das Leben nicht ganz stillsteht und die Pflichtaufgaben zum Wohl der Bevölkerung erfüllt werden können.

– Allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich mit Herzblut für Hilfsbedürftige engagieren und Nähe trotz der gebotenen Distanz zu vermitteln wissen.
– Allen Bürgerinnen und Bürgern, die mit Vorsicht und Umsicht, Rücksicht, Verzicht, Solidarität und Verantwortung mithelfen, die große Herausforderung zu bewältigen und auf Jene einwirken, die den Ernst der Lage noch nicht erkennen.

Sie alle sind in dieser schweren Zeit Hoffnungsträger, die unser aller Dank und Anerkennung verdient haben. Ich wünsche uns allen, dass das Coronavirus unser Wir-Gefühl stärkt und wir gemeinsam mit Kraft, Optimismus, Nächstenliebe, Zuversicht und Disziplin die Krise bewältigen.

Ich wünsche Ihnen und ihren Familien alles Gute. Bleiben Sie gesund!

Ihr

Wilhelm Schneider

Landrat des Landkreises Haßberge

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