77-jähriger Demenzkranker schlägt auf Mitbewohner im Schlaf ein

Symbolfoto: © Christian Licha

Hofheim, Lkr. Haßberge. In einer Wohngruppe für Demenzkranke sind in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch drei Senioren verletzt worden. Ein 77-jähriger Mitbewohner ist dringend verdächtig, einen 84-Jährigen Mann und zwei über 90 Jahre alte Frauen im Schlaf tätlich angegriffen zu haben. Am Donnerstagnachmittag wurde der tatverdächtige Mitbewohner auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen hat ein 77-Jähriger in dem Pflegeheim in der Robert-Koch-Straße in der Zeit von 02.30 Uhr bis 03.30 Uhr drei Personen mit körperlicher Gewalt verletzt, während diese in ihren Betten geschlafen haben. Zwei Frauen erlitten leichtere, ein 84 Jahre alter Mann schwere Verletzungen im Gesicht. Die drei Geschädigten befinden sich aktuell zur Behandlung in einem Krankenhaus, ihr Zustand ist dem aktuellen Sachstand nach stabil.

Der Beschuldigte und die Geschädigten waren allesamt gemeinsam in einer Wohngruppe für Demenzkranke in einer Hausgemeinschaft für Senioren untergebracht. Die Kripo Schweinfurt hat noch in der Nacht die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung übernommen und die vorläufige Unterbringung des 77-Jährigen wegen Fremdgefährdung in einem Bezirkskrankenhaus veranlasst.

Am Donnerstagnachmittag wurde gegen den Beschuldigten ein Unterbringungshaftbefehl erlassen. Er befindet sich jetzt bis auf Weiteres in der geschlossenen Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses.

Die Tat hatte auch einen größeren Einsatz des BRK-Rettungsdienstes zur Folge. Insgesamt drei Rettungswagen aus Hofheim, Haßfurt und Maßbach, drei Notärzte aus Hofheim und Haßfurt sowie der Einsatzleiter Rettungsdienst wurden von der Integrierten Leitstelle alarmiert. Zunächst konnte nicht ausgeschlossen werden, dass möglicherweise noch weitere Bewohner Opfer des Tatverdächtigen geworden sind. Diese Befürchtung bestätigte sich anschließend aber zum Glück nicht.

An die Einsatzstelle wurde auch ein Vertreter der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) des BRK Haßberge gerufen, um sich um das geschockte Personal der Pflegeeinrichtung zu kümmern.

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