Betrunkener Unfallfahrer klaut Privatauto von Feuerwehrmann

Foto: Polizei

KARSBACH, LKR. MAIN-SPESSART. Am Montagabend ereignete sich an der Einmündung MSP 16/ B27 ein Verkehrsunfall. Ein hinzukommender, 38-jähriger Autofahrer bemerkte gegen 19.00 Uhr einen Pkw VW Golf, der vermutlich von der Straße abgekommen und nun etwa 15 Meter unterhalb der Straße stand. Außerdem war ein Kilometerorientierungsschild umgefahren worden.

Der Zeuge eilte zu dem Verunfallten und bot seine Hilfe an. Es entwickelte sich ein Gespräch, in dessen Verlauf dem Helfer auffiel, dass der Unfallverursacher stark nach Alkohol roch. Er verständigte daraufhin die Einsatzzentrale der Polizei.

Noch während der Zeuge mit der Polizei telefonierte, lief der Unfallverursacher Richtung Bundesstraße. Er begab sich zu dem mit laufendem Motor und steckendem Schlüssel am Straßenrand abgestellten Pkw Opel Corsa des Ersthelfers, stieg ein und fuhr Richtung Karsbach davon.

Der alkoholisierte Unfallfahrer ist bei der Polizei bekannt und kein unbeschriebenes Blatt. Sie ermittelt nun gegen den aus dem Raum Bad Kissingen stammenden 43-jährigen Mann wegen Diebstahl eines Kraftwagens und Verkehrsunfallflucht. 

Foto: Polizei

Am Dienstagnachmittag kam der Unfallverursacher dann persönlich zur Polizeiinspektion Würzburg-Land und stellte sich.

Er hatte den Geldbeutel und die Fahrzeugschlüssel des Ersthelfers dabei, dem er am Montagabend nach dem Unfall das Auto entwendet hatte. Nach seiner Schilderung will er einem Wildtier ausgewichen sein. So soll es zu dem Unfall bei Karsbach gekommen sein. Danach fehle ihm die Erinnerung. Er erinnere sich erst wieder daran, in Frankfurt in eine S-Bahn gestiegen und später mit dem Zug nach Würzburg gefahren zu sein. An den Verbleib des entwendeten Opel Corsa könne er sich nicht erinnern.

+++UPDATE 10.05.2017+++

Im Zuge der weiteren Vernehmungen konnte sich der Mann zumindest wage an den Bereich erinnern, in dem er in eine Straßenbahn eingestiegen sein will. Diese Information gaben die Ermittler nicht nur an die Kollegen in Frankfurt weiter, sondern auch an dortige Rundfunksender. Der Hörer eines Radiosenders meldete sich am Dienstagvormittag bei der Frankfurter Polizei und teilte mit, den gesuchten Corsa im Stadtteil Sachsenhausen gesehen zu haben. Die Beamten konnten das Fahrzeug an besagter Stelle auffinden. Es war dem ersten Eindruck nach unbeschädigt, verschlossen und verkehrssicher abgestellt.

Der Tatverdächtige verbrachte unterdessen die Nacht im Haftraum der Polizeiinspektion Würzburg-Land. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Würzburg wurde er am Mittwochvormittag dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Würzburg vorgeführt. Dieser erließ einen Haftbefehl wegen Diebstahls und unerlaubten Entfernens vom Unfallort. Unter Meldeauflagen wurde dieser zunächst außer Kraft gesetzt. Der Mann wurde daraufhin auf freien Fuß gesetzt. Die weiteren Ermittlungen führt die Polizeistation Gemünden in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg.

Das gestohlene Fahrzeug ist nach Abschluss der Spurensicherungsmaßnahmen zwischenzeitlich wieder freigegeben. Der bestohlene Ersthelfer hat es  in Frankfurt abgeholt.

 

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